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Betty MacDonald Fan Club

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Betty MacDonald Fan Club. Join fans of the beloved writer Betty MacDonald (1907-58). The original Betty MacDonald Fan Club and literary Society. Welcome to Betty MacDonald Fan Club and Betty MacDonald Society - the official Betty MacDonald Fan Club Website with members in 40 countries. Betty MacDonald, the author of The Egg and I and the Mrs. Piggle-Wiggle Series is beloved all over the world. Don't miss Wolfgang Hampel's Betty MacDonald biography and his very witty interviews on CD and DVD!

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Studie: Die Armut in Deutschland ist deutlich angestiegen

SZ - Sächsische Zeitung Studie: Die Armut in Deutschland ist deutlich angestiegen Vor 5 Std. Trotz sinkender Arbeitslosigkeit ist Armut im vergangenen Jahrzehnt angewachsen. Etliche konnten von guter Wirtschaftsentwicklung nicht profitieren. Die Armutsquote in Deutschland ist gestiegen. Düsseldorf/Dresden. Wohlstand ist in Deutschland ungleich verteilt. Wie eine aktuelle Erhebung zeigt, lebten vor zwei Jahren 29 Prozent der Armen im Ostteil der Bundesrepublik. Allerdings hat Ostdeutschland nur einen Anteil von 18 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Das Gefälle verdeutlicht sich auch an anderer Stelle: Nur sieben Prozent der Reichen leben im Osten des Landes. Die Daten gehen aus dem sogenannten Verteilungsbericht des Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung hervor. Deutschlandweit ist der Erhebung zufolge die Armut im vergangenen Jahrzehnt – und damit bereits vor Corona - angewachsen. "Armut ist in der letzten Dekade deutlich angestiegen. Im Jahr 2019 waren so viele Menschen in Deutschland von Armut betroffen wie nie zuvor", betonen die Studienautorinnen Dorothee Spannagel und Aline Zucco. Dabei seien die 2010er-Jahre ein Zeitraum mit generell guter Wirtschaftsentwicklung und sinkender Arbeitslosigkeit gewesen. Arme Haushalte, so die These, hätten davon nicht profitiert, der Abstand habe sich sogar noch vergrößert. Die Armutsquote stieg nach Erkenntnissen der Forscherinnen zwischen 2010 und 2019 von 14,3 Prozent auf 16,8 Prozent. Als Arm definiert die Studie Menschen, deren bedarfsgewichtetes Nettoeinkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens in Deutschland beträgt, als sehr arm Menschen mit weniger als 50 Prozent des mittleren Einkommens. Die Quote der sehr armen Menschen, die also weniger die als Hälfte des mittleren Einkommens zur Verfügung haben, sei zwischen 2010 und 2019 auf 11,1 Prozent der Bevölkerung gestiegen, berichtete das WSI darin. Zur Einordnung: 2010 lag das gewichtete Haushaltseinkommen pro Kopf im Mittel demnach bei 21.219 Euro, 2019 bei 24.037 Euro. Armut wirkt sich nicht nur finanziell aus. So sind der Studie zufolge unter anderem die Lebenszufriedenheit, sowie Qualität der Gesundheit niedriger als im Bevölkerungsdurchschnitt, ebenso das Vertrauen in staatliche Institutionen von der Bundesregierung bis zu Polizei und Gerichten. In der Böckler-Lebenslagenbefragung stimmten lediglich 59 Prozent der Armen der Einschätzung zu, dass die Demokratie in Deutschland im Großen und Ganzen gut funktioniere, lediglich 68 Prozent hielten sie für die beste Staatsform – elf beziehungsweise14 Prozentpunkte weniger als in der Gesamtbevölkerung. WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch forderte "mehr und wirksameres politisches Engagement gegen Armut". Das sei nicht nur notwendig, um Betroffenen zu helfen, sondern auch, um die Gesellschaft zusammenzuhalten. Kohlrausch ergänzte: "Das gilt umso mehr, da in Zeiten von hoher Inflation sozialer Abstieg auch Menschen droht, die sich während des vergangenen Jahrzehnts darum wenig Sorgen machen mussten." Die Direktorin lobte die Einführung des Bürgergeldes. Zudem empfiehlt die Studie unter anderem die Stärkung der Tarifbindung sowie die Förderung von sozialem Wohnraum. (mit dpa) Die WSI-Studie stützt sich auf Daten des sozio-oekonomischen-Panels (SOEP), für das jährlich rund 16.000 Haushalte interviewt werden und das aktuell bis 2019 reicht. Außerdem flossen die Ergebnisse der Lebenslagenuntersuchung der Hans-Böckler-Stiftung ein, für die 2020 und 2021 gut 4.000 Menschen befragt wurden. Darüber hinaus wurden Daten aus einer Repräsentativbefragung, die das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung der Böckler-Stiftung im August 2022 zur Inflationsbelastung durchgeführt hat, berücksichtigt.

Peter Gauweiler über Klimaaktivisten und die Lust am Aufbegehren

Frankfurter Allgemeine Zeitung Peter Gauweiler über Klimaaktivisten und die Lust am Aufbegehren Artikel von Timo Frasch • Vor 11 Std. Herr Gauweiler, jüngst habe ich mit dem Musiker Leslie Mandoki gesprochen, dessen Tochter vor ein paar Jahren gegen die Abholzung des Hambacher Forsts demonstrierte und dabei vom Baum fiel. Mandoki erzählte, seinerzeit hätten Sie ihn bei einem zufälligen Treffen beglückwünscht, dass er die Tochter zum Revoluzzertum erzogen habe. Hört sich an, als hätten Sie Sympathien für die Klimaaktivisten. Findet, der Staat müsse gegen Klimaaktivisten „nicht den Hulk geben“: der ehemaliger CSU-Umwelt- und Innenpolitiker Peter Gauweiler, hier am 25. Januar 2018 in München Die menschliche Barbie schminkt sich ab, und die Ärzte haben keine Worte Hmm. Sie lassen einen jedenfalls nicht gleichgültig – als Vater oder wenn man im Stau steht. Haben Sie wegen der „Letzten Generation“ schon mal im Stau gestanden? Letzten Freitag in Berlin konnte ich mir auf der Fahrt in die Stadt die Akteure anschauen. Da saßen so zehn Buben und Mädchen, und die kraftlose Berliner Polizei stand ratlos in Scharen drum herum. Wenn ich noch politisch tätig wäre, würde ich langsam die Hauptstadtfrage stellen. Was hätten Sie in Ihrer Zeit als bayerischer Innenstaatssekretär gemacht? Wir haben damals bei den Blockaden an der Zufahrt zur atomaren Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf gesagt, es ist mit der Menschenwürde des Polizeibeamten nicht vereinbar, dass er Zwei-Zentner-Leute wie auf einem Kaiserstuhl wegtragen muss. Also: Androhung unmittelbaren Zwangs und dann ein kleiner Armhebel. Dann standen die schon auf. Heute sind sie doch festgeklebt. Wahrscheinlich würde ich heute den Verkehr umleiten und die Demonstranten ein bisschen sitzen lassen. Sie empfinden keine Sympathie für die jungen Leute? Ich war – offen gesagt – immer aufseiten des wehrhaften Staates, es wäre Anbiederei, wenn ich hier was anderes behaupten würde. Aber ganz fremd ist mir ein Gefühl des Verstehens auch wieder nicht. Vor ein paar Jahren haben meine Frau und ich in Paris eine schöne „Gilets ­jaunes“-Demons­tration erlebt, die „Gelbwesten“. Und wir mittendrin und auch gleich mitdemons­triert. Im Nebel von Tränengas auf den Champs-Élysées. Herrlich! Warum mitdemonstriert? Widerstand, Trotz und Aufbegehren sind doch auch ein Teil von einem selber. Kritiker würden sagen: Das ist der Faschist in dir. Andere: der Anarchist. Zusätzlich zum Übermut auch eine fausthafte Verzweiflung: Und seh, dass wir nichts ändern können, das will mir schier das Herz verbrennen. Das Nachdenken darüber ist in mir drin, aber auch der Ärger, das „Hau ab und schleich di“. Ich nenne das die ewige Podiumsdiskussion in mir selbst. Eben die scheint nicht gerade eine Stärke Ihrer Partei, der CSU, zu sein. Da wird nur draufgehauen auf die Aktivisten. „Klima-RAF“, härtere Strafen . . . Also, den Alexander Dobrindt, auf den Sie hier ja anspielen, verteidige ich gerne. Er ist einer der ganz wenigen in der Union, die noch die Traute haben, was Anstößiges zu sagen. Es gehört doch zur ganzen Wahrheit, dass, wenn Leute anfangen, ihre Meinung so absolut zu stellen wie die Klimakleber, ein verantwortlicher Bundespolitiker sagen muss: Wir lassen euch das nicht durchgehen. In der „Süddeutschen Zeitung“ stand jüngst zu lesen: „Wenn Menschen nicht auch das tun, was zwar nicht erlaubt, aber in ihren Augen richtig ist, gibt es keinen Fortschritt.“ Alles wahr, aber die bayerisch-bürgerliche CSU ist nicht gegründet als die Partei für Suffragetten und Bilderstürmer. Zum Bürgerlichen gehört es, auf die Wohltat des Einhaltens von Regeln hinzuweisen. Dafür brauchen Sie so brave Typen, wie wir alten CSUler es waren. Was Mandoki betrifft: Natürlich muss man zur eigenen Tochter stehen. Aber Leslie weiß, wie alle guten Väter, zu sagen: Bitte runter vom Baum. Und würdest du bitte deinen Bachelor fertig machen. Die christlichen Parteien berufen sich ja auf Jesus. Der hat die Einhaltung der Gesetze auch nicht so wichtig genommen. Jesus sagt aber auch: „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist.“ Und im Römerbrief 13 steht, dass jede Obrigkeit von Gott kommt. Mein Jesus ist der, der am Schabbat gegen das Gesetz Kranke geheilt hat. Den gibt es auch. Diversity first. Ich finde auch, dass wir als Staat gegen die Klimaaktivisten nicht den Hulk geben müssen. Obrigkeitliche Selbstbeherrschung kann auch etwas Elegantes haben. Wie passt denn der Präventivgewahrsam zur angeblichen Liberalitas Bavariae? Gerade das ist doch bayerisch: „Mir brauchen a Anarchie und an starken Anarchen.“ Ist es ein Unterschied, ob Bauern Blockaden machen, Corona-Leugner oder die „Letzte Generation“? Juristisch natürlich nicht, aber die Macht der Gefühle ist nun eben auch da. Wie haben Sie Franz Josef Strauß im Umgang mit Ruhestörern erlebt? Ich erinnere mich an die Fußball-EM 1988, da hatte es wilde Ausschreitungen in Nordrhein-Westfalen gegeben. Da rief mich der Ministerpräsident an: „Ich mach Sie persönlich verantwortlich, wenn auch nur eine Scheibe in der Fußgängerzone zugrunde geht.“ Wir haben dann tatsächlich ganz wilde Fans, bei denen es Anzeichen auf Gefahr im Verzug gab, für einige Stunden aus dem Verkehr gezogen. Das hat schon Eindruck gemacht. Ein bisschen anders war es bei Protesten von LKW-Fahrern. Da ist der Strauß auch mal hin und hat gefragt: Wie geht’s, habt’s an Kaffee? Die Achtundsechziger können sich mit gewissem Recht als Sieger der Geschichte fühlen. Warum sollte das am Ende nicht auch den Klimaaktivisten gelingen? Stimmt. Der lange Marsch war erfolgreich. Aber die Frage ist ja: Fortschritt wohin? Wird das irgendwann das Ende aller Ordnung sein? Verfassungsschutzpräsident Haldewang sagte, die Klimaaktivisten respektierten sehr wohl die verfassungsmäßige Ordnung. Dem stimme ich nicht zu. Wenn ich Sie auf der Straße blockiere und Sie kriegen Panik, weil der Kindergarten, wo Sie Ihren Sohn abholen sollen, zumacht, dann ist das nicht in Ordnung. Und es ist auch nicht in Ordnung, wenn sich in einem Rechtsstaat mit staatlichem Gewaltmonopol der Verfassungsschutzpräsident auf diese Weise ein Fleißbildchen bei einer woken Regierungspartei und den Medien abholen will. Die Klimaaktivisten sagen, es sei die Regierung, die die Verfassung bricht. Sie können sich auf ein entsprechendes Karlsruher Urteil von 2021 berufen. In dem Urteil ist sehr viel Verfassungslyrik drin. Dass wir uns nicht falsch verstehen: Der Klimawandel ist ein Problem. Aber uns helfen nicht apodiktische Aussagen, für künftige, noch von niemandem gewählte Regierungen. Wir in Bayern waren mal sehr stolz auf unseren Energiemix: Wasser und Kernkraft. Dann haben wir den Ausstieg beschlossen, 2011, auch mit der Stimme von Peter Gauweiler, weil ich aus Bequemlichkeit mir gesagt habe, du kannst dich nicht in allem mit der Merkel-Regierung anlegen. In den Achtzigerjahren war ich als Innenstaatssekretär für die Sicherheit beim Bau der Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf verantwortlich und dass trotz der Proteste die getroffenen Regelungen vollzogen werden – letztlich ohne Erfolg. Heute weiß man, dass diese Proteste gefühlsstark-naiv waren und es falsch war, ihnen nachzugeben. Mal davon abgesehen, ob das als gesichertes Wissen gelten kann: Haben Sie manchmal Angst, dass Ihre Enkel dereinst sagen: Opa, warum hast du nicht mehr getan gegen die Zerstörung der Erde? Wie Sie wissen, war ich auch bayerischer Umweltminister – in der Zeit wurde in Bayern jede Woche ein neues Naturschutzgebiet ausgewiesen. Im Übrigen könnte man genauso gut fragen: Warum habt ihr nicht mehr getan gegen die unverantwortliche Geldpolitik der EZB? Ich habe immerhin beim Bundesverfassungsgericht dafür Grenzen durchgesetzt. Da fühlen Sie sich auf der sicheren Seite? Das wird sich später zeigen, vor einem anderen Richter.

Putin über Gefallenen: „Er hat sein Ziel erreicht“

Kronen Zeitung Putin über Gefallenen: „Er hat sein Ziel erreicht“ Artikel von Matthias Fuchs • Vor 11 Std. | Es sind bizarre Szenen, die sich am Freitag in der Residenz des russischen Machthabers abgespielt haben: Anlässlich des Muttertags, der in Russland kommenden Sonntag gefeiert wird, hat Wladimir Putin ausgewählte Frauen eingeladen, deren Söhne im Ukraine-Krieg getötet wurden. Eine Frau erzählte die angebliche Heldengeschichte ihres Sohnes, der bereits 2019 - und damit vor Beginn des Angriffs im heurigen Februar - gefallen war. Putin nippte dabei an seinem Tee. In sozialen Medien kamen angesichts der Aufnahmen rasch Zweifel auf, was die Echtheit der Soldatenmütter angeht. Putin über Gefallenen: „Er hat sein Ziel erreicht“ Staatliche russische Medien hatten am Freitag ein kurzes Video veröffentlicht, das zeigt, wie Putin mehr als ein Dutzend ausgewählter Frauen in seiner Residenz in Nowo-Ogarjowo im Moskauer Gebiet empfängt und ihnen Teetassen reicht. Den offiziellen Angaben zufolge waren insgesamt 17 Frauen aus verschiedenen russischen Regionen sowie aus völkerrechtswidrig von Moskau annektierten Gebieten der Ostukraine angereist. Echte Soldatenmütter? In sozialen Medien wurde rasch angezweifelt, dass die Frauen das sind, was sie vorgeben zu sein. So hat eine „Mutter“ Putin offenbar schon öfter getroffen - und dabei immer das gleiche Outfit angehabt. Eine andere Frau, die im Video am Tisch mit Putin sitzt, ist Funktionärin der von Putin geführten „Gesamtrussischen Volksfront“, so der Russland-Experte Ian Garner auf Twitter (siehe unten). Eine ältere Frau zeigte das Foto ihres verstorbenen Sohnes und erzählte die Geschichte seines Todes. Als feindliche Soldaten näherrückten, sei er aus dem Schützengraben gesprungen und habe sie aufgefordert, auf ihn zu schießen. Seine letzten Worte seien gewesen: „Auf geht’s, Jungs, um Ukrops zu zerhacken!“ Ukrops ist ein abfälliger russischer Slang-Ausdruck für Ukrainer. Vergleich mit Verkehrstoten Der betreffende Mann starb bereits 2019 in der Ostukraine im Konflikt mit Russland. Er habe gewusst, wofür er sein Leben gegeben habe, sagte Putin zur Mutter. In Russland gebe es jährlich etwa 30.000 Verkehrstote und ebenso viele Tote durch Alkohol. „Wichtig ist, dass wir alle sterblich sind, dass wir in Gottes Hand sind und irgendwann aus dieser Welt scheiden. Die Frage ist, wie wir gelebt haben“, zitierte die Agentur Tass den Kremlchef. „Und Ihr Sohn hat gelebt. Er hat sein Ziel erreicht.“ Im Netz wurden auch weitere Clips von dem Treffen veröffentlicht. In einem davon behauptet Putin, selbst mit Soldaten zu telefonieren, die das gar nicht erwarten würden. Sie hätten mit ihrer guten Stimmung „überrascht“, so der russische Machthaber. In den vergangenen Wochen häuften sich Berichte über völlig unzureichend ausgerüstete Rekruten und über die schlechte Moral der Truppe. Kritiker beklagen, dass der Kreml schlecht ausgebildete Männer in einem aussichtslosen Krieg als Kanonenfutter verheize. Aktuellen Einschätzungen britischer Geheimdienste zufolge ist eine hohe Zahl der eingezogenen russischen Reservisten bereits in der Ukraine gefallen. Mobilmachung sehr unpopulär Angesichts militärischer Niederlagen sind auf Putins Befehl seit Ende September rund 300.000 Reservisten für die Kämpfe in der Ukraine eingezogen worden. Die Teilmobilmachung erwies sich als äußerst unpopuläre Maßnahme und löste in Russland eine regelrechte Massenflucht sowie die größten Anti-Kriegs-Proteste seit Monaten aus. Organisiert wurden die Demonstrationen oft von Frauen und Soldatenmüttern. Bei dem Treffen am Freitag wärmte Putin auch seine bekannte Kritik am Westen und an der angeblich dort vorherrschenden Gender-Ideologie auf. „An vielen Orten weiß man schon nicht mehr, was Mama bedeutet.“ Dort gebe es „Elternteil 1 und Elternteil 2“, die verschiedenen Geschlechter würden nach Dutzenden gezählt, behauptete der 70-Jährige. „Nach dem Zerfall der Sowjetunion schien es vielen von uns, dass nun das süße Leben beginnt, dass wir leben werden wie in Paris.“ Doch nun wollten viele in Russland schon nicht mehr leben wie in Paris, denn die russische Kultur sei eine andere, sagte Putin.

„Das ist eine Strategie“: Kubicki wirft Wirtschaftsminister Habeck Mogelei vor

Tagesspiegel „Das ist eine Strategie“: Kubicki wirft Wirtschaftsminister Habeck Mogelei vor Vor 9 Std. Bei Gesetzen müsse man aufpassen, dass nichts „reingemogelt wird“, so der FDP-Politiker. Habeck sage in dem Fall gerne „Oh sorry, da hat ein Mitarbeiter was falsch gemacht.“ Wolfgang Kubicki, stellvertretender FDP-Parteivorsitzender und Bundestagsvizepräsident, leitet die Sitzung des Bundestags. Der stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Wolfgang Kubicki hat Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) attackiert. Kubicki sagte der „Welt am Sonntag“: „Wir müssen hier bei jedem Gesetz aufpassen wie ein Schießhund, dass da nicht irgendwas reingemogelt wird. Habeck sagt dann gern, oh sorry, da hat ein Mitarbeiter was falsch gemacht. Man kann auch sagen: Das ist eine Strategie.“ Habeck sagt dann gern, oh sorry, da hat ein Mitarbeiter was falsch gemacht. Wolfgang Kubicki, Bundesvorsitzender FDP Kubicki sagte weiter, die Grünen seien gerade dabei, die für Schleswig-Holstein überlebenswichtige Autobahn 20 infrage zu stellen, obwohl im Koalitionsvertrag vereinbart sei, die Planung des Bundesverkehrswegeplanes umzusetzen. Habeck: „Wir sind in einer Situation, in der alles passieren kann“ “Wir haben auch vereinbart, dass wir das Gas in der Nordsee fördern, doch der Energieminister macht keine Anstalten, das umzusetzen, sondern reist in der Welt umher, um Gas zu kaufen“, meinte Kubicki. „Das beschädigt den gemeinsamen Spirit, der notwendig ist. Deshalb ist es nötig zu sagen: Wir verteidigen die Koalition. Aber nicht, wenn wir die einzigen sind und der Rest nur seine Klientel bedient“, so der FDP-Politiker. Kubicki plädiert für AKW-Weiterbetrieb Kubicki stellte außerdem den Atomausstieg im Frühjahr infrage. Die drei Kernkraftwerke Isar 2 (Bayern), Neckarwestheim 2 (Baden-Württemberg) und Emsland (Niedersachsen) sollen über das Jahresende hinaus maximal bis zum 15. April 2023 weiterlaufen können. „Es ist doch bereits jetzt klar, dass trotz der gegenwärtige Gasstände unsere Versorgungssicherheit auch im April nächsten Jahres nicht mittelfristig gewährleistet ist“, so Kubicki. „Dieser Winter wird uns lehren, dass es Sinn ergibt, sämtliche Ressourcen zu nutzen, über die wir verfügen. Auch aus Gründen des Klimaschutzes“, meinte Kubicki. „Wir haben wieder die Braunkohlekraftwerke ans Netz geholt. Das sind die schlimmsten Dreckschleudern, die wir uns vorstellen können. Und trotzdem sollen die Kernkraftwerke abgeschaltet werden.“ (dpa)

Es sind regierungstreue Beamtinnen: Putins falsche Soldatenmütter entlarvt

Blick Es sind regierungstreue Beamtinnen: Putins falsche Soldatenmütter entlarvt Artikel von Euchner Celina (euc) • Vor 16 Std. | Wladimir Putin traf sich mit den Müttern von russischen Soldaten – hiess es. Jetzt häufen sich die Beweise, dass es sich um regierungstreue Beamtinnen handelt. Bei einigen ist nicht mal klar, ob sie Kinder – geschweige denn gefallene Söhne – haben. Putins falsche Soldatenmütter entlarvt Kremlchef Wladimir Putin (70) zeigte sich mit Frauen, die Mütter von Soldaten sein sollen. Ihre Söhne sollen an der Ukraine-Front kämpfen – oder schon tot sein. Putin behauptete, er teile ihren «Schmerz». Doch mindestens sieben der 17 Frauen konnten als regierungstreue Beamtinnen und Politikerinnen identifiziert werden. Das berichtet das Oppositionsmedium Mozhem Objasnit. Die Frau, die links von Putin sitzt, ist dem Bericht zufolge Olesya Shigina. Sie ist eine Regisseurin, die orthodoxe und patriotische Filme dreht. Sowie ein Mitglied der Volkskammer der russischen Grossstadt Orechowo-Sujewo. Die siebte Entlarvte ist eine Mitarbeiterin einer nationalistischen Organisation, die Hilfsgüter für Mobilisierte sammelt. Mama von Soldat, den Kadyrow «Bruder» nennt Auch Sharadat Aguewam aus Tschetschien sitzt dabei. Ihre Söhne kämpfen im Ukraine-Krieg. Doch es sind nicht irgendwelche Soldaten. Einer der Söhne ist Kommandeur eines Bataillons, der andere Leiter einer Polizeiabteilung in Tschetschien. Einen ihrer Söhne nennt Putins «Bluthund», Tschetschenen-Chef Ramsan Kadyrow (46), «seinen Bruder.» Eine andere der Frauen ist Moskauer Abgeordnete der Kreml-Partei «Einiges Russland». Eine weitere ist laut dem Medium eine leitende Mitarbeiterin der von Putin-Bewegung «Gesamtrussische Volksfront». Beamtin statt Soldatenmutter Auch Irina Tas-ool, Leiterin der Abteilung für Familie, Jugend und Sport in der Verwaltung des Bezirks Kaa-Khem der Provinz Tuwa, ist unter den «Soldatenmüttern». Es ist unklar, ob die meisten der Frauen überhaupt Söhne haben. Putin erinnerte bei dem Treffen daran, dass in Russland am Sonntag der Tag der Mutter gefeiert werde. In diesem Zusammenhang verstehe er jedoch, dass angesichts der Tatsache, dass ihre Söhne sich derzeit in der «Zone der militärischen Spezialoperation» befänden, die Mütter an dem Tag eher ein Gefühl der Sorge empfänden und sich fragten, was mit ihren Buben sei. Keine Vertreterinnen der Organisationen Den Müttern, die ihre Kinder bereits verloren haben, sagte Putin: «Ich möchte, dass ihr wisst, ich selber und die ganze Führung des Landes, wir teilen diesen Schmerz». Am Vortag hatten andere Organisationen von Soldatenmüttern beklagt, dass man ihre Vertreterinnen nicht zu diesem Treffen eingeladen und sich stattdessen für «richtig gebriefte» Frauen entschieden habe. Auch das Medium Nexta schreibt, dass sich die meisten der Frauen als Bürokratinnen oder regierungsnahe Aktivistinnen entpuppt haben. (euc)

„Übermenschlich“: Ein ehemaliger Lidl-Mitarbeiter berichtet, wie hoch das Arbeitspensum beim Discounter wirklich ist

Business Insider Deutschland „Übermenschlich“: Ein ehemaliger Lidl-Mitarbeiter berichtet, wie hoch das Arbeitspensum beim Discounter wirklich ist Artikel von Steffen Bosse • Vor 12 Std. Geschwindigkeitsvorgaben beim Scannen und Zeitdruck beim Einräumen: Ein ehemaliger Lidl-Mitarbeiter berichtet von seinen Erfahrungen. Die Arbeitsbedingungen in Supermärkten, insbesondere aber im Discounter, sind notorisch schwierig. Nicht nur müssen sich Verkäuferinnen und Verkäufer oft von schlecht gelaunten Kunden anblaffen lassen, immer wieder gibt es auch Gerüchte um nicht gewährte Pausen und hohen Zeitdruck. Bei Lidl prägte außerdem der Skandal um Videoüberwachung von Mitarbeitern aus dem Jahr 2008 lange das Image als Arbeitgeber – obwohl andere Unternehmen ähnlich vorgegangen waren. Aber wie sind die Arbeitsbedingungen mittlerweile wirklich? Anton S. (Name von der Redaktion geändert) hat mehrere Jahre bei Lidl gearbeitet und Business Insider von seinen Erlebnissen berichtet. Seine Erfahrungen beziehen sich dabei auf eine Filiale und sind nicht unbedingt repräsentativ für alle Niederlassungen des Discounters. Anton S. beschreibt das Arbeitspensum in seiner als „übermenschlich“. Lidl selbst spricht auf Anfrage von einem „äußerst anspruchsvollen und herausfordernden Arbeitsumfeld“. Vorgabe beim Kassieren: „40 Artikel pro Minute“ Vielleicht kennt ihr das Problem: Als Kunde ist man an der Discounter-Kasse oft gestresst, weil die Mitarbeiter die Ware gnadenlos schnell über den Scanner ziehen und man selbst mit dem Einpacken nicht hinterherkommt. Anton S. zufolge ist das keine Schikane: „Der Zeitdruck beim Discounter ist einfach hoch“, sagt er. Und es gebe eine Zeitvorgabe: 40 Artikel müssten Mitarbeiter pro Minute scannen. Während der Probezeit werde die Geschwindigkeit der Mitarbeiter sogar gemessen, erklärt Anton S.: „Am Ende der Schicht steht dann auf deiner Abrechnung, wie viele Artikel du pro Minute gescannt hast.“ Nach der Probezeit werde die Geschwindigkeit zwar nicht weiter gemessen – zumindest wisse er davon nicht. Aber auch dann sei der Zeitdruck weiter hoch. Wenn beispielsweise die Schlangen lang seien, heiße es manchmal schlicht: „Du musst das jetzt schaffen. Der Laden ist voll und wir wollen keine zweite Kasse aufmachen.“ Zwar werde man auch in der Probezeit normalerweise nicht direkt rausgeworfen, wenn man die Vorgabe nicht erfülle, erklärt Anton. Aber eventuell gebe es dann ein Gespräch mit der Filialleitung. In seiner Lidl-Zeit sei es nur einmal vorgekommen, dass eine neue Mitarbeiterin bereits nach wenigen Tagen wieder entlassen wurde. Die sei sowohl beim Kassieren als auch beim Auspacken zu langsam gewesen. Denn auch beim Einräumen der Regale sei der Zeitdruck hoch. „Lidl kalkuliert jede Schicht mit extrem wenig Mitarbeitern“, sagt Anton. Lidl bestreitet das auf Anfrage von Business Insider. Man habe die Anzahl der Mitarbeiter pro Filiale in den letzten Jahren erhöht. Auch Zeitvorgaben beim Kassieren könne der Discounter nicht bestätigen. „Unseren Kunden möchten wir grundsätzlich einen schnellen und bequemen Einkauf ermöglichen. Daher passen unsere Kollegen an der Kasse ihre Kassiergeschwindigkeit flexibel auf den jeweiligen Kunden an“, heißt es in einer Stellungnahme. „Zwei Personen räumen die Regale ein“ Die Frühschicht fange beispielsweise um 6 Uhr morgens an. „Eine Person saß an der Kasse, zwei haben die Regale eingeräumt, eine hat gebacken“. Zu zweit müsse man dann mindestens zehn rund 1,80 Meter hoch gestapelten Europaletten mit Ware ausgeräumt werden, sagt er. Bis spätestens zwölf Uhr solle alles verräumt sein, so die Vorgabe – was kaum leistbar sei. Auch, weil man oft viele Dinge parallel managen müsse. Wer an der Kasse sitze oder einspringe, müsse gleichzeitig oft die Ware aus- und Rückgaben an der Kasse wieder einräumen, Mülleimer leeren, leere Kartons aus der Frischtheke ins Lager bringen, Einkaufswägen zurückholen. „Das alles im Kopf zu behalten, ist Wahnsinn“, sagt Anton. „Man trägt ein Headset und einem wird die ganze Zeit zugerufen, was man noch zu tun hat.“ Dafür sei penibel auf die Einhaltung der Pausenzeiten geachtet worden. Lidl: „Äußerst anspruchsvolles und herausforderndes Arbeitsumfeld“ Trotzdem sei der Job belastend gewesen: „Jede zweite Schicht habe ich mir die Frage gestellt, warum ich mir das eigentlich antue“, sagt er. Die Antwort sei das nette Kollegium gewesen. Und das vergleichsweise gute Gehalt, das mit mindestens 14 Euro in der Stunde – auch für ungelernte Kräfte – lange Zeit sehr deutlich über dem Mindestlohn rangierte. Lidl selbst sprach auf Anfrage von „einem äußerst anspruchsvollen und herausfordernden Arbeitsumfeld“, in dem die Kollegen „großen Einsatz“ zeigen würden. Dafür zahle man ein überdurchschnittliches Gehalt, biete unbefristete Arbeitsverträge, viele Mitarbeitervorteile und ein „umfangreiches betriebliches Gesundheitsmanagement“, so der Discounter. Es gebe im Schnitt eine lange Unternehmenszugehörigkeit – wobei nicht deutlich wird, ob sich das auf Mitarbeiter in den Filialen oder in der Verwaltung bezieht. „Die Zufriedenheit unserer Kollegen liegt uns sehr am Herzen.“

USA verbieten Einfuhr und Verkauf von Huawei-Handys

USA verbieten Einfuhr und Verkauf von Huawei-Handys Artikel von AFP • Vor 18 Std. US-Behörden haben am Freitag ein Import- und Verkaufsverbot von Kommunikationstechnologie angekündigt, die sie als "inakzeptables Risiko für die nationale Sicherheit" erachten. Unter den auf einer von der US-Telekommunikationsaufsicht FCC veröffentlichten Liste genannten Unternehmen sind auch die chinesischen Telekommunikationskonzerne Huawei und ZTE. Die FCC wolle sicherstellen, "dass nicht vertrauenswürdige Kommunikationsgeräte nicht für den Gebrauch innerhalb unserer Grenzen zugelassen werden", erklärte die FCC-Leiterin Jessica Rosenworcel. Die Anordnung betrifft auch Firmen für Überwachungstechnologie wie Hangzhou Hikvision und Dahua Technology. Washington hatte zuvor bereits den Einsatz von Huawei-Produkten in Regierungsbehörden verboten und von der Privatnutzung abgeraten. Die USA befürchten, Huawei-Technik könnte ein Einfallstor für chinesische Spionage oder Sabotage sein. Der Konzern steht in den USA seit 2019 auf einer schwarzen Liste, die es US-Unternehmen verbietet, Geschäfte mit Huawei zu machen. Huawei ist der weltgrößte Anbieter von Telekommunikationsausrüstung und stieg 2003 in das Geschäft mit Mobiltelefonen ein. Vor den US-Sanktionen gehörte der Konzern zu den drei weltweit führenden Mobiltelefonherstellern zusammen mit Apple und Samsung.

Kanye West und Donald Trump streiten sich beim Dinner: »Ich bat ihn, mein Vizepräsident zu werden«

DER SPIEGEL Kanye West und Donald Trump streiten sich beim Dinner: »Ich bat ihn, mein Vizepräsident zu werden« Artikel von Sebastian Stoll • Gestern um 23:24 Was genau passiert ist, darüber haben die beiden unterschiedliche Versionen. Sicher ist nur: Donald Trump und Kanye West haben sich getroffen. Es lief nicht gut. Und ein bekannter Rechtsextremer soll auch dabei gewesen sein. Kanye West und Donald Trump streiten sich beim Dinner: »Ich bat ihn, mein Vizepräsident zu werden« Kanye West und Donald Trump führen eine Auseinandersetzung in sozialen Netzwerken. Hintergrund ist ein Abendessen, dass am Dienstag in Trumps Anwesen Mar-a-Lago im US-Bundesstaat Florida stattgefunden haben soll. Daran soll West zufolge auch der rechtsextreme Nationalist Nick Fuentes teilgenommen haben. Trump reagierte nun auf entsprechende Berichte: West, der sich mittlerweile Ye nennt, habe ihn wegen eines Abendessens angerufen, schrieb der Ex-Präsident am Freitag auf der von ihm mitgegründeten Plattform »Truth Social«. »Kurz darauf tauchte er unerwartet mit drei seiner Freunde auf, von denen ich nichts wusste.« Das Essen sei dann im Beisein vieler anderer »schnell und ereignislos« gewesen. West hatte zuvor ein Video auf Twitter veröffentlicht, in dem er behauptete, Trump sei »beeindruckt« von Fuentes gewesen. »Ich denke, was Trump am meisten beunruhigt hat, war, als ich ihn bat, mein Vizepräsident zu werden«, sagt der Rapper. Trump habe ihn angeschrien und ihm eine Niederlage prophezeit. »Ich sagte: Warte mal, Trump, du sprichst mit Ye«, führt West weiter aus. Der Musiker war bereits im Jahr 2020 bei der Präsidentschaftswahl angetreten, hatte aber weniger als 70.000 Stimmen erhalten. Trump hatte vor Kurzem seine erneute Kandidatur für die Präsidentschaftswahl 2024 bekannt gegeben. Das Büro des Ex-Präsidenten reagierte bisher nicht auf eine Anfrage zu den Äußerungen des Rappers. West hatte vor zwei Tagen erklärt, er habe Trump in seiner Residenz in Mar-a-Lago in Florida besucht. Unklar ist bisher, ob West ernsthaft eine Kandidatur anstrebt oder nur die öffentliche Aufmerksamkeit sucht. Der Musiker hatte zuletzt vor allem mit umstrittenen Aktionen und antisemitischen Äußerungen für Empörung gesorgt. Der Sportartikelhersteller Adidas kündigte daraufhin die Zusammenarbeit mit ihm auf.

Inflation und Armut in Großbritannien: Frau Isaacs Kampf gegen die Armut

DER SPIEGEL Inflation und Armut in Großbritannien: Frau Isaacs Kampf gegen die Armut Artikel von Jan Petter • Vor 7 Std. Einsamkeit, Unsicherheit, Krankheit: Christine Isaacs aus Leeds weiß, was es heißt, arm zu sein – seit der Inflation noch mehr. Doch die 69-Jährige hat auch gemerkt, wie sich einiges ändern ließe. Inflation und Armut in Großbritannien: Frau Isaacs Kampf gegen die Armut Sie ist schon früher da. Zehn Minuten vor der Verabredung sitzt Christine Isaacs ruhig bei Costa Coffee in ihrer Nachbarschaft und wartet. Ihr Platz ist ganz hinten, hinter zwei Ecken, so als würde sie sich in einem Schneckenhaus verstecken. Dabei ist das Gegenteil geplant. Dem Treffen gingen viele Gespräche voraus, immer wieder am Telefon, per Textnachricht. Im Sommer hat sie dem SPIEGEL schon einmal aus ihrem Leben erzählt. Isaacs ist ein herzlicher Mensch, ihr Blick ist warm, ihr fast gemütliches Englisch vom Leben im britischen Yorkshire geprägt. Sie will erzählen, wie die Armut ihr Leben geprägt hat. Was es diesen Winter konkret heißt, arm zu sein. Und über eine Idee, wie die Ungleichheit bekämpft werden könnte – auch andernorts. In den vergangenen Jahren hat Isaacs oft über ihre Erfahrungen gesprochen, auf Bühnen, aber auch in Videos und in Diskussionsrunden. In ihrer Heimatstadt Leeds engagiert sie sich für die Poverty Truth Commission, eine Initiative, die dafür sorgen will, dass Armut nicht länger nur ein Problem der Armen ist. Christine Isaacs ist 69 Jahre alt, hat drei Kinder, war fast immer alleinerziehend. Kein stabiles Einkommen. LS17 Lingfield Estate im Norden der Stadt, schwierige Gegend. Heute drei Enkel. 654 Pfund Rente im Monat, umgerechnet 760 Euro. Jahrelang hatte sie Angst, ihre Kinder nicht versorgen zu können, das Sorgerecht zu verlieren. Zugesetzt hat Isaacs neben gesundheitlichen Problemen vor allem die Erkenntnis, es nie aus diesem Leben rauszuschaffen. Die größte Veränderung der vergangenen Monate sei nicht gewesen, dass wieder das Geld fehlt, sagt Christine Isaacs. Sondern wie einsam die Unsicherheit sie mache. »Ich kann heute ja noch nicht einmal sagen, ob ich das zu wenige Geld, das ich habe, sinnvoll nutze. Gas, Essen, Strom – alles wird irgendwie teurer, aber man weiß nicht, wann und wie. Ich verliere den Überblick, und weil das so ist, verstecke ich mich meist, genau wie die Nachbarn.« Nur wer vorab zahlt, bekommt Strom Seit September überweist ihr die Regierung Geld für die Stromrechnung, alle vier Wochen umgerechnet 76 Euro. Es ist mehr, als Isaacs bislang bezahlt hat, weniger als sie jetzt zahlt. Viel verbraucht Isaacs nicht, das Stromsparen musste ihr kein Wladimir Putin beibringen. Der Zuschuss deckt jetzt immerhin den Grundbedarf. Weil ihr Stromzähler wie bei Millionen anderer Briten schon vor Jahren in einem Akt des vorsorgenden Sozialstaats mit einer Prepaid-Karte ausgestattet wurde, die sie selbst aufladen muss, kann Isaacs heute centgenau nachverfolgen, wie lange ihr Guthaben noch zum Duschen und Licht anmachen reicht. Nur wer vorab zahlt, bekommt Strom. Was die Probleme in ihrer Wohnung betreffe, komme sie irgendwie schon immer klar, sagt sie. Essen, Energie – »an sich selbst kann man immer noch sparen, auch wenn es traurig macht«, sagt Isaacs. Wirklich schlimm sei jedoch, dass sie ihre Enkel wegen der Preisanstiege kaum noch besuchen könne, weil ihr das Geld für die Fahrten fehlt. »Das raubt mir die Würde.« Einer von ihnen leide an Autismus, sagt sie. Wenn sie ihn länger als eine Woche nicht sehe, erkenne er sie kaum wieder. Jede Begegnung sei dann reiner Stress. Das letzte Mal hat sie ihn vor einem Monat getroffen. Profilbild Entdecken Sie alle exklusiven Inhalte auf SPIEGEL.de mit SPIEGEL+. 1 Monat für 1 € testen Mehr erfahren Manche Bewohner beschreiben Leeds als Ansammlung von Dörfern und Problemen. Eine deindustrialisierte Stadt im Norden Englands, ohne richtiges Zentrum und Ziel für die Zukunft. In der inzwischen hübsch sanierten Innenstadt war Isaacs lange nicht mehr. »Die Läden dort haben keine Preisschilder im Fenster. Ich brauch da nicht reingehen«, sagt sie, »es ist für Studierende und Reiche.« Auch deshalb das Treffen bei einer Kaffeekette am Ortsrand. Vieles, sagt Isaacs, sei schon vor der Inflation nicht anders gewesen. »Da hat es nur keinen interessiert.« Der Prepaid-Stromzähler im Flur ist ein Beispiel dafür, wie der Staat heute mit Armut umgeht. Hinzu kamen immer neue Konzepte bei der Arbeits- und Familienberatung, Fallmanager. »Immer weniger Zeit, immer längere Briefe von den Behörden«, sagt Christine Isaacs. Ihr Leben ist nicht zuletzt ein Spiegel der neoliberalen Entwicklung der vergangenen 40 Jahre. Was in Großbritannien mit »There's no such thing as society« und viel Druck von oben begann, setzt sich heute mit Diskussionen über Hartz-IV-Sanktionen auch in Deutschland fort. Fördern und Fordern. Es ging und geht im Umgang mit Armut und Ungleichheit oft um Eigenverantwortung und Effizienz, nicht um Empathie. Christine Isaacs hat lange offen darüber gesprochen. Seit fast zehn Jahren offenbart sie ihr Leben anderen gegenüber, um zu zeigen, was es wirklich bedeutet, arm zu sein. Reden kann befreien. Doch Isaacs sagt, sie empfinde es zunehmend eher als Belastung. Beim Erzählen hält sie sich an der Tasse von Costa Coffee fest, so als könne sie ein Anker sein. Und als sie das Café verlässt, geht sie vorsichtig über die Straße. Es wirkt so, als ließen die vergangenen Wochen in ihr Zweifel aufkommen, ob sich wirklich etwas zum Guten verändern lässt. Und ob die Poverty Truth Commission überhaupt etwas verändern kann. Für die Kommission treffen sich Armutsbetroffene, Geschäftsleute, Politikerinnen und Verwaltungsangestellte monatelang mehrmals. Erst geht es um die Lebensgeschichten Betroffener, dann um praktische Lösungen. Die Idee dahinter ist, prominente Menschen aus der Stadt nicht nur mit traurigen Geschichten, sondern konkreten Problemen zu konfrontieren. Unterstützt werden die Teilnehmer von Kirchengemeinden und Stiftungen, Sozialarbeiter begleiten die Diskussionen. Die erste Gruppe in Leeds traf sich 2014, heute gibt es Ableger im ganzen Land. Der Bedarf scheint da. Gleichzeitig wirkt die Idee, arme Menschen mit Sachbearbeitern und Politikerinnen in einen Raum zu bringen, zunächst pathetisch. Jeder Wahlkampf ist voll von Reden über Respekt. Ein »Humanifesto« für die Stadt Doch Issacs erzählt, wie sie und die anderen Betroffenen in der Gruppe sich nach dem anfänglichen Geplauder davon frei strampelten. Wie sie zu den Gastgebern wurden. Und die Aufmerksamkeit nutzten, um etwas zu verändern. Es waren Forderungen, bei denen der Stadtrat im direkten Gespräch wenig entgegnen konnte. Einmal fragte ein Vater, warum er jedes Jahr neue Schuluniformen für seine Töchter kaufen müsse. Könne die Stadt sie nicht auch verleihen und weitergeben? Plötzlich ging es. Ein anderes Mal brachte eine Frau einfach ihre Behördenpost mit. Ein Schreiben, 14 Seiten. Sie knallte es dem zuständigen Vertreter der Stadt hin und fragte: Können Sie es mir erklären? Er konnte es nicht. Inzwischen regelt eine Vorschrift, wie lang die Briefe der Beamten an ihre Bürgerinnen und Bürger sein dürfen. Es sind einfache, umsetzbare Anliegen. Am Ende stellte Christine Isaacs die gesammelten Ergebnisse mit einem Spieler der örtlichen Rugbymannschaft im Stadtmuseum vor. Sie nannten es »Humanifesto«, ein Manifest für ein menschliches Miteinander. »Blaming ›the suits‹ does not make things better«, heißt es darin: »Den Anzugträgern die Schuld zu geben, macht die Dinge nicht besser.« Hinterher trotzten sie den Verantwortlichen das Versprechen ab, gleich weiterzumachen. So nutzt die Poverty Truth Commission die Methoden des um Effizienz bemühten Sozialstaats, um ihn jetzt selbst zu verändern: stetig zuhören und Verbesserungsvorschläge machen. Lebenslanges Lernen für politisch Verantwortliche, wenn man so will. Wer könnte da schon Nein sagen? Christine Isaacs hat schon zweimal bei der Kommission mitgemacht, denn: Wie oft bekomme jemand wie sie das Gehör des Bürgermeisters? Diese Erfahrung habe für sie Welten überbrückt. Und sie ist sich sicher, dass ihr Engagement in Leeds bereits etwas bewirkt hat. Und doch, sagt sie, habe nach all den Treffen auch eine bittere Erkenntnis gewartet: Soviel sie auch redete – am Ende ging es jedes Mal zurück in ihr Leben im Schneckenhaus. Das lässt sie nicht los. Um die Unwuchten der britischen Gesellschaft zu verändern, reicht auch die Poverty Truth Commission nicht. Derzeit steht Großbritannien vor der längsten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg. Noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen ist der Lebensstandard auf der Insel so stark zurückgegangen wie zuletzt. Doch während die Armut so rasant wächst, geht es vor allem um noch härtere Einsparungen, anstatt um Hilfen. Auch in Leeds. Christine Isaacs und ihre Mitstreiterinnen haben darauf bereits eine Antwort: Sie planen derzeit die nächste Kommission.

Die Panikmache ums Klima stumpft die Gesellschaft ab, löst bei vielen nur noch Gähnen aus: Bruno Latour schreibt, wie die Trägheit zu überwinden wäre

Neue Zürcher Zeitung Deutschland Die Panikmache ums Klima stumpft die Gesellschaft ab, löst bei vielen nur noch Gähnen aus: Bruno Latour schreibt, wie die Trägheit zu überwinden wäre Artikel von Claudia Mäder • Mittwoch Die Buchhändler hatten es nicht leicht mit ihm, das war Bruno Latour klar. Oft wisse das Personal in den Läden nicht recht, in welches Regal es seine Bücher stellen solle, sagte er im Frühling in einem Interview. Philosophie? Soziologie? Geschichte? Naturwissenschaft? Auf all diesen Feldern war der französische Denker tätig. Im Oktober ist er gestorben. Gerade ist sein allerletztes Buch in die Läden gekommen und dürfte dort für die üblichen Probleme sorgen. «Zur Entstehung einer ökologischen Klasse», laut Buchumschlag ein «Memorandum», fällt wieder zwischen die Sparten und bündelt etliche Themen, die Latour in den letzten Jahren umtrieben. Ausgangspunkt des Textes – Latour hat ihn zusammen mit dem dänischen Soziologen Nikolaj Schultz verfasst – ist ein gesellschaftspolitischer Gegenwartsbefund. Obwohl inzwischen die ganze Welt wisse, dass mit Blick aufs Klima dringend gehandelt werden müsste, sei nirgends eine «allgemeine Mobilisierung» zu sehen, schreiben die Autoren. Zwar würden dauernd die kommenden Katastrophen beschworen, doch führe das höchstens zu Abstumpfung: «Bislang besteht der Erfolg der politischen Ökologie darin, die Menschen in Panik zu versetzen und diese gleichzeitig aus Langeweile zum Gähnen zu bringen.» Was es brauchen würde, um diese Trägheit zu überwinden: Darüber denken Latour und Schultz in der Folge in 76 Punkten nach. Mit mehr Angst und Moralismus, so viel ist klar, ist nichts zu gewinnen. Eine «strafende Ökologie», die den Menschen wegen ihres schändlichen Umgangs mit der Natur ein Verzichtsregime auferlegt – eine solche Ökologie kann in den Augen der Autoren kein breites Engagement bewirken. Stattdessen skizzieren Latour und Schultz eine positiv konnotierte Ökologie: ein umweltbewusstes Denken, das die Menschen mit Stolz ausstattet und ihnen Werte anbietet, für die sie bestenfalls mit Begeisterung einstehen wollen. Rationaler als die Alten Um dieses Konzept ein wenig zu konkretisieren, wenden sich die beiden Männer der Geschichte zu, ja, sie greifen direkt und ziemlich tief in die historische Mottenkiste. Das könnte man jedenfalls meinen, wenn sie die Klassenkampfrhetorik auspacken und sich wünschen, dass eine neue «ökologische Klasse» entstehe, ihr eigenes Bewusstsein entwickle und gegen die «führende Klasse» antrete. Doch mit dem alten Marx ist der Planet genauso wenig zu retten wie mit Moral und Panik, daran lassen Latour und Schultz keinen Zweifel. Nicht anders als der Liberalismus, so die Autoren, habe sich nämlich auch der Sozialismus nie um dasjenige Problem gekümmert, das heute zuoberst stehen müsste: die «Bewohnbarkeit» der Erde. Für den «Ökologismus» und die ihn propagierende «ökologische Klasse» dagegen sei dies das zentrale Thema. Fragen rund um die Produktion und die Verteilung von Gütern, welche die «alten Klassen» (sprich: Sozialisten und Liberale) bis heute hauptsächlich beschäftigten, rutschten auf der Prioritätenliste der Ökologisten nach unten. Sie achten gemäss den Autoren zuallererst darauf, die Welt, in der und von der wir alle leben, nicht zu zerstören. Denn wo die «Bewohnbarkeit» des Planeten nicht mehr gegeben wäre, würde letztlich auch die Wirtschaft zusammenbrechen. So zu denken, und das ist ein Clou dieser Schrift, ist für die Autoren ein Ausweis reinster Rationalität: Da die im Entstehen begriffene «ökologische Klasse» vorausdenkt und essenzielle Zusammenhänge berücksichtigt, kann sie laut Latour und Schultz stolz für sich in Anspruch nehmen, vernünftiger als alle anderen zu handeln und die Zivilisation in die Zukunft zu führen. Die Arbeit beginnt erst In der Logik der Autoren würde die «ökologische Klasse» somit einen ähnlichen Weg gehen wie einst das liberale Bürgertum. Dieses positionierte sich im 19. Jahrhundert als vorwärtsschauende, rationale Kraft und löste den überkommenen Adel als gesellschaftliche Führungsschicht ab. Im 21. Jahrhundert nun hätte diese Rolle an die «ökologische Klasse» überzugehen (wobei sich in diesem Segment unabhängig von ihrem ökonomischen Status all jene Menschen vereinen würden, die der «Frage der Bewohnbarkeit» Priorität einräumen). Und gleich wie damals gälte es heute, neu über die Werte und Ideen nachzudenken, die das Menschsein auszeichnen. Hier geht es ans Eingemachte: Freiheit, Autonomie, Emanzipation – mit solchen Konzepten konnte das Bürgertum die Menschen begeistern. Was hat der «Ökologismus» in diesem Bereich zu bieten? Was könnten Autonomie und Emanzipation bedeuten in einem Denken, das die Welt als grossen Organismus versteht und darauf pocht, dass alles mit allem zusammenhängt? Was ist Freiheit, wenn den Menschen ihre Abhängigkeit von anderen Lebewesen und ganzen Ökosystemen immer stärker ins Bewusstsein dringt? Die Autoren stellen Fragen und notieren Gedanken, Antworten geben sie keine: Vielleicht sollte man ihr Memorandum am Schluss also doch in der Rubrik «Philosophie» ablegen. In jedem Fall kommt viel zusammen auf den wenigen Seiten dieses Buches. Die titelgebende Klassen-Idee ist zwar wenig überzeugend, doch mit ihrer Suche nach einer positiven Ökologie treffen die Autoren einen wichtigen Punkt, und etliche ihrer Einwürfe enthalten Bedenkenswertes. Ausgereift ist freilich noch nichts. «Tout est à travailler», sagte Latour, als das Buch Anfang Jahr auf Französisch erschien. Er selber wird die Arbeit nicht mehr weiterführen. Aber jeder, der seine Notate liest, kann mit eigenen Gedanken beginnen.

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